Forstliche Umweltbeobachtung
Waldzustand und Kronenzustandserhebung
Eine nachhaltige Umweltvorsorgepolitik muss sich auf verlässliche Grundlagen stützen können, um Risiken erkennen und bewerten zu können. Ganz besonders gilt dies im Bereich der Forstwirtschaft mit ihren langen Produktionszeiträumen. Bayern betreibt daher ein umfassendes und langfristig orientiertes forstliches Umweltmonitoring. Es besteht aus einer Kombination von periodischen Inventuren, der jährlichen Kronenzustandserhebung sowie laufenden Messungen an den Waldklimastationen.
Waldbericht 2011
Im Mai 2009 beauftragte der Bayerische Landtag die Forstverwaltung künftig alle drei Jahre umfassend über den Zustand des Waldes und die Lage der Forstwirtschaft in Bayern zu berichten. Neben der jährlichen Veröffentlichung des Kronenzustandes, der für 2011 in diesem Bericht enthalten ist, wird hiermit erstmals das gesamte Spektrum der Leistungen von Wald und Forstwirtschaft dargestellt.
Das Jahr 2011 ist das Internationale Jahr der Wälder. Die Vereinten Nationen haben es unter das Motto "Wälder für Menschen" gestellt. Damit stehen vor allem die Leistungen des Waldes für uns Menschen im Mittelpunkt. Unsere Wälder binden klimaschädliches Kohlendioxid, bieten Lebens- und Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, verbessern Luft- und Wasserqualität, schützen uns vor Naturgefahren wie Lawinen und Hochwasser und bieten uns wertvolle Erholungsräume. Nicht zuletzt versorgt uns der Wald mit der nachwachsenden und vielseitigen Ressource Holz.
Passend zu diesem Jahr erscheint der Waldbericht erstmals in seiner neuen Form. Mit diesem ausführlichen Bericht wollen wir künftig alle drei Jahre eine Bilanz über die vielfältigen ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Leistungen des Waldes und der Forstwirtschaft ziehen. Es geht auch um den Zustand des Waldes, was wir für ihn tun müssen und was wir in Zukunft von ihm erwarten können.
Kronenzustandserhebung
Der Zustand der Wälder wird in Bayern in einem umfangreichen Monitoringprogramm beobachtet. Neben periodischen Inventuren, wie der Bundeswaldinventur (BWI) und der Bodenzustandserhebung (BZE), sowie dem Waldschutzmonitoring liefern dazu vor allem die jährliche Kronenzustandserhebung (KZE) und die laufenden intensiven Messungen an den Waldklimastationen wichtige Erkenntnisse. Diese fließen in die Beantwortung zentraler forstpolitischer Fragen ein, etwa zur Risikoabschätzung der Folgen des Klimawandels oder zur Rolle der Wälder als Kohlenstoffspeicher.
Die Ergebnisse der Kronenzustandserhebung wurden in Bayern bis einschließlich 2008 in den jährlichen Waldzustandsberichten dargestellt. Seit dem Jahr 2009 werden die Ergebnisse dem Bayerischen Landtag zur Kenntnisnahme zugeleitet und im Internet veröffentlicht. Ein detaillierter Waldbericht mit Angaben zur Entwicklung des Waldes und der gesamten Forstwirtschaft im Freistaat wird seitdem im dreijährigen Turnus vorgelegt.
Weitere Informationen
Kronenzustandserhebung 2011
Kronenzustand – Zusammenfassung der Ergebnisse 2011
Gegenüber 2010 hat sich der Kronenzustand der Waldbäume insgesamt leicht verbessert. Der mittlere Nadel- und Blattverlust sank um 0,3 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent. Damit setzt sich der Trend der Verbesserung des Kronenzustands der letzten Jahre fort. Das extreme Trockenjahr 2003 führte zu einer starken Verschlechterung des Kronenzustands im Jahr 2004. Nun bewegt sich der Kronenzustand wieder auf einem niedrigeren Niveau, das den Werten um die Jahrtausendwende entspricht. Der Anteil von Bäumen ohne erkennbare Schäden (Nadel- und Blattverlust 0 bis 10 Prozent) ist gegenüber 2010 um vier Prozentpunkte angewachsen und liegt nun bei 37,9 Prozent. Entsprechend sind 2011 die Anteile der geringen bzw. deutlichen Schäden gesunken. Bei den Nadelbaumarten haben vermutlich die kühle und feuchte Witterung und die damit verbundenen guten Wachstumsbedingungen dazu beigetragen. Der mittlere Blattverlust der Laubbäume insgesamt zeigt sich kaum verändert. Alle Hauptbaumarten, insbesondere die Buche und die Kiefer, wiesen 2011 eine überdurchschnittlich starke Fruktifikation auf. Bei den Eschen musste in den letzten vier Jahren eine deutliche Ausbreitung einer Pilzerkrankung festgestellt werden, die zum Eschentriebsterben führt.
Download: Ergebnisse der Kronenzustandserhebung 2011
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Kronenzustandserhebung 2010
Der Kronenzustand der Waldbäume hat sich im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht verbessert. Im Mittel aller Baumarten sank der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust um 0,7 Prozentpunkte auf nun 20,1 Prozent. Zu dieser Verbesserung hat maßgeblich die kühl-feuchte Witterung beigetragen, die dieses Jahr für eine günstige Wasserversorgung der Bäume gesorgt hat.
Der Kronenzustand der Nadelbäume hat sich mit einem durchschnittlichen Nadelverlust von 18,9 Prozent gegenüber 2009 (19,2 Prozent) kaum verändert.
Bei den Laubbäumen sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder ausgeprägte Phasen stärkerer Kronenverlichtung und Erholung zu beobachten. 2010 nahm der durchschnittliche Blattverlust aller begutachteten Laubbäume um 1,3 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent ab. Vor allem die Buche hat den deutlichen Anstieg von Blattverlusten bei gleichzeitig starkem Fruchtbehang im Jahr 2009 wieder weitgehend ausgeglichen. Dagegen hat sich der Kronenzustand bei der Eiche 2010 mit einem Anstieg des durchschnittlichen Blattverlustes um 4,6 Prozentpunkte auf 34 Prozent weiter verschlechtert. Dies ist insbesondere auf eine starke Insektenfraßtätigkeit sowie eine Schwächung der Vitalität durch Eichenmehltau zurückzuführen.
Kronenzustandserhebung 2009
Zusammenfassung - Ergebnisse der Kronenzustandserhebung 2009 in Bayern
Der Zustand der Wälder hat sich im Durchschnitt kaum verändert. Mit 20,8 Prozent liegt der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust aller Baumarten auf dem Vorjahresniveau von 20,7 Prozent.
Der Nadelverlust hat bei den Nadelbäumen um 2,5 Prozentpunkte abgenommen. Die stärkste Verbesserung ist bei den Tannen mit einer Abnahme von 4,1 Prozentpunkten zu verzeichnen, aber auch die Kiefern und Fichten wiesen bessere Werte als 2008 auf. Dagegen hat bei den Buchen der Blattverlust 2009 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozentpunkte, bei den Eichen um 3,4 Prozentpunkte zugenommen. Beide Baumarten wiesen dieses Jahr starken Fruchtbehang auf, was Einfluss auf den Kronenzustand haben kann. Der durchschnittliche Blattverlust aller begutachteten Laubbäume stieg um 4,9 Prozentpunkte an.
Kronenzustandserhebung 2009
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Waldzustandsberichte 2002 - 2008
Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2008 in Bayern
Der Kronenzustand hat sich gegenüber 2007 aufgrund der günstigen Witterung. Fünf Jahre nach dem Hitzesommer 2003 haben sich die mittleren Nadel- und Blattverluste wieder auf das Ausgangsniveau eingestellt. Insbesondere hat sich der Zustand der Buche, der wichtigsten heimischen Baumart für den klimatoleranten Waldumbau, weiter verbessert.
Insgesamt liegt der Anteil deutlich verlichteter Bäume jedoch immer noch höher als vor dem Jahrhundertsommer. Keine Entspannung gibt es bei der Eiche und der Tanne, dem Waldzustand in den bayerischen Alpen und der Borkenkäfergefährdung der bayerischen Fichtenwälder.
Waldzustandsbericht 2008
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Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2007 in Bayern
Der Waldzustandsberichtes 2007 mit dem Titel „Wald und Klimawandel" behandelt zusätzlich zu der Kronenzustandserhebung die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wälder und seine Folgen für den Waldbesitzer.
Der Kronenzustand hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Die Nadel- und Blattverluste unserer Waldbäume sind jedoch seit dem Dürresommer 2003 noch immer relativ hoch. Erfreulicherweise hat sich der Belaubungszustand der Buche, der nach heutigem Kenntnisstand wichtigsten Baumart für den vorsorgenden Waldumbau, wieder deutlich erholt.
Waldzustandsbericht 2007
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Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2006 in Bayern
Bayern liefert als erstes Bundesland im Waldzustandsbericht 2006 Aussagen zu den drei Säulen der forstlichen Nachhaltigkeit, der Ökologie, der Ökonomie und zu sozialen Aspekten.
Der Kronenzustand zeigt eine Konsolidierung nach dem Trockenjahr 2003. Andererseits gibt es auch Entwicklungen, die uns mit Sorge erfüllen. Dies gilt für die Entwicklung der Verbissbelastung in unseren Wäldern und auch für den erwarteten Klimawandel, der die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. Die starke Borkenkäfervermehrung in einigen Teilen Bayerns und speziell in Mittelfranken erfordert hohe Anstrengungen von den Waldbesitzern und zeigt, dass wir uns mit dem Waldbau rechtzeitig auf die Folgen des Klimawandels einstellen müssen.
Waldzustandsbericht 2006
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Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2005 in Bayern
Der Zustand unserer Wälder in Bayern hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Das ist das erfreuliche Ergebnis des Waldzustandsberichts 2005. Die Wälder erholen sich langsam von den Strapazen, die ihnen der Jahrhundertsommer 2003 abverlangt hat. Die weitgehend normale Witterung in den letzten beiden Jahren hat dazu beigetragen, dass sie ausreichend mit Wasser versorgt wurden und sich regenerieren konnten. Noch immer sind als Folge des Trockenjahres 2003 große Mengen waldschädlicher Insekten wie z. B. Borkenkäfer in unseren Wäldern. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Waldbesitzer konnten die Schäden im Rahmen gehalten werden. Die gestiegenen Rohölpreise der letzten Monate haben zu einer Renaissance des Rohstoffes Holz geführt. Holz ist als natürlicher und nachhaltiger Energielieferant wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Die Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur zeigen, dass in Bayern mehr Holz nachwächst als derzeit genutzt wird.
Waldzustandsbericht 2005
18,5 MB
Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2004 in Bayern
Der Zustand der Wälder in Bayern hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Klare Ursache ist der Jahrhundertsommer 2003. Für die Meteorologen war es ein Sommer, wie er in Deutschland statistisch nur alle 450 Jahre vorkommt. Wegen der durch die monatelange Hitze und Trockenheit geschwächten Waldbestände und der kräftigen Vermehrung der Borkenkäfer war 2004 dringendes Handeln von Waldbesitzer und Forstpersonal in ganz Bayern nötig, um den Wald vor dem Schlimmsten zu bewahren. Die Trockenheit hatte auch ökonomische Folgen. Geringere Holzerlöse, höhere Aufarbeitungskosten, vertrocknete Kulturen und wiederaufzuforstende Kahlflächen haben allein in Bayern mindestens 100 Millionen Euro gekostet.
Als Anpassung an steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels versprechen Mischwälder langfristig den größten Erfolg. Die Bayerische Staatsforstverwaltung hat hierzu im Frühjahr 2004 ein Sonderprogramm zum beschleunigten Waldumbau im Staatswald gestartet.
Waldzustandsbericht 2004
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Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2003 in Bayern
Seit dem Herbst 2002 hat sich für den Wald viel ereignet. Wasser spielte dabei eine entscheidende Rolle. Der "Jahrtausendflut" im August 2002 folgten der feuchteste Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und Hochwasser in Bayern im Januar 2003. Dann kam der "Dürresommer" 2003 mit Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Die monatelange Hitze und Trockenheit führte zu Trockenschäden an den Bäumen, die vermutlich über Jahre nachwirken und für die Waldbesitzer wirtschaftliche Verluste verursachen werden. Lange Zeit bestand hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Anzahl und Fläche der Brände liegen um ein Vielfaches über den Vorjahren, doch dank gemeinsamer Anstrengung gab es glücklicherweise keine Katastrophen wie in anderen europäischen Staaten. Die Borkenkäfer und andere Schädlinge fanden jedoch hervorragende Bedingungen, um sich zu vermehren und stellen eine große Herausforderung für das nächste Jahr dar.
Waldzustandsbericht 2003
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Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2002 in Bayern
Der Kronenzustand der Laubbäume und der Kiefer hat sich spürbar verbessert. Fichte und Tanne zeigten sich auf unverändertem, besonders bei der Tanne allerdings sehr hohem Niveau. Die mittleren Nadel/-Blattverluste über alle Baumarten blieben gegenüber dem Vorjahr mit 20,1 % (19,7 %) nahezu unverändert.
Auffallend dabei zwei gegenläufige Effekte: Viele bisher ungeschädigte Bäume weisen höhere Nadel-/Blattverluste auf, vermutlich aufgrund natürlicher Schwankungen sowie heftigen Gewittern mit Sturm und Hagelschlag. Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume (Schadstufen 2 4) hat dagegen von 25 % auf 21 % abgenommen. Die Fichte befindet sich mit 25 % (26 %) deutlichen Schäden in etwa auf Vorjahresniveau. Die deutlichen Schäden bei der Kiefer haben mit 16 % (25 %) spürbar abgenommen. Am schlechtesten geht es weiterhin der Tanne: Bei nahezu unverändert 50 % (51 %) deutlichen Schäden erhöhte sich der mittlere Nadelverlust auf 31,4 % (29,7 %). Die Buchen weisen dagegen außer im Alpenraum eine wieder dichtere Belaubung aus. Auch die kontinuierliche Verbesserung der Eichen hat sich fortgesetzt. Bei zwar fast unverändertem mittleren Blattverlust von 19,4 % (19,6 %) sanken die deutlichen Schäden dennoch auf 17 % (24 %). Die Eiche zeigt weiterhin ihre Fähigkeit zur Revitalisierung, wenn belastende Einflüsse, vor allem Insektenschäden, wegfallen.
Waldzustandsbericht 2002
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