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Wald schützt
Schutzfunktion des Waldes

Der Wald schützt den Lebensraum des Menschen vor Naturgefahren wie Felsstürze, Muren oder Lawinen.

Er schützt den Boden aber auch vor Erosion, hat eine besondere Bedeutung für den Hochwasserschutz und spendet sauberes Trinkwasser.

Bergwald ist Schutzwald

Bergwald-Schnee (Bild: LWF)Zoombild vorhanden

Bergwald mit Schnee (Bild: LWF)

Die überragende Bedeutung des Bergwaldes, der mit rund 250.000 ha knapp die Hälfte des bayerischen Alpenraums bedeckt, liegt im Schutz von Siedlungen und Verkehrsverbindungen vor Lawinen, Steinschlag, Muren und Hochwasser.

Nirgendwo anders sind die Menschen so zwingend auf den Wald angewiesen, wie im Gebirge. Auch das Alpenvorland würde ohne den Bergwald in weiten Teilen unbewohnbar sein.


Über 1,3 Millionen Menschen leben und arbeiten im bayerischen Alpenraum, rund 4,5 Millionen Urlaubsgäste sowie unzählige Tagesausflügler besuchen unsere einmalige Bergwelt. Sie alle - und auch die Bewohner im Voralpenraum - sind mehr denn je auf intakte und leistungsfähige Bergwälder angewiesen, die Schutz, Erholung und Lebensraum bieten und gleichzeitig den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern.

Klimaprogramm Bayern 2020
Der Alpenraum wird von den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark getroffen, das ist heute unbestritten. Naturgefahren wie Berg- und Felsstürze, Lawinen, Stürme, Hochwasser aber auch Schädlingsbefall nehmen zu, mit den steigenden Temperaturen ändern sich auch die Wuchsbedingungen für die Bergwälder.

Titelbild Flyer Bergwaldoffensive

Flyer Bergwaldoffensive
(Foto: StMELF)

Von den rund 250 000 Hektar Bergwald in den bayerischen Alpen sind knapp zwei Drittel Schutzwald. Davon sind über 13 000 Hektar in ihren Funktionen beeinträchtigt. Seit vielen Jahren setzen wir uns ein, hier wieder gesunde und stabile Waldbestände aufzubauen. Gleichzeitig wollen wir nach dem Motto "Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen" neue kostenintensive Sanierungsmaßnahmen durch vorausschauende Pflege und rechtzeitige Waldverjüngung möglichst vermeiden.

Ziel der Bergwaldoffensive ist es, die Anstrengungen für zukunftsfähige Berg- und Schutzwälder nochmals deutlich zu verstärken. Dies gelingt aber nur, wenn alle Beteiligten, angefangen von den Waldbesitzern, den Jägern, der Almwirtschaft und dem Naturschutz bis hin zu den Kommunen und Tourismusvertretern gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung an einem Strang ziehen. Packen Sie mit an - es lohnt sich, für uns alle!

Flyer: Die Bergwaldoffensive – Schutz für unsere Bergwälder pdf 913 KB

Bergwald schützt vor Erosion, Lawinen und Hochwasser
60 % des Bergwaldes erfüllen vorrangige Schutzfunktionen und sind durch das Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) besonders geschützt. Die Erhaltung von Bergwald als intakte Schutzwälder bzw. deren Wiederherstellung ist daher eine forstpolitische und gesellschaftspolitische Aufgabe von hohem Rang. Dazu ist es notwendig, Bergwald zu pflegen und zu bewirtschaften.Mit rund 5.300 km2 nehmen die Alpen in Bayern etwa 7,5 % der Landesfläche ein. Mehr als 5 Millionen Gäste besuchen jährlich diese Region - mit steigender Tendenz. Allein der Fremdenverkehr sichert etwa 100.000 Arbeitsplätze. Insgesamt leben und arbeiten etwa 450.000 Menschen im bayerischen Alpenraum. Bezogen auf die tatsächlich bewohnbare Fläche (rund 20 % der Gesamtfläche) entspricht dies der Bevölkerungsdichte von Ballungsgebieten.

Der Bergwald ist ein traditionell wichtiger Wirtschaftsfaktor als Lieferant des umweltfreundlichen nachwachsenden Rohstoffs Holz. Er wird außerdem in großem Umfang für Erholungszwecke in Anspruch genommen.Auf den folgenden Seiten können Sie nähere Informationen über die Funktionen des Bergwaldes in den Bayerischen Alpen erhalten. Sie erfahren etwas über seinen aktuellen Alters- und Gesundheitszustand und wir zeigen Ihnen, was wir, die Bayerische Forstverwaltung, für die Sanierung des Bergwaldes tun.

Die vielfältigen Schutzfunktionen der Gebirgswälder wurden von der Bayerischen Staatsforstverwaltung im Rahmen der Waldfunktionsplanung erfasst und in Karten dargestellt. In den Regionen Allgäu, Oberland und Südostbayern haben

  • 40 % der Waldfläche besondere Bedeutung für den Bodenschutz;
  • 22 % der Waldfläche besondere Bedeutung für den Lawinenschutz;
  • 46 % der Waldfläche sind Wasserschutzwald verschiedener Intensitätsstufen.

Viele Waldflächen erfüllen sogar mehrere dieser Funktionen gleichzeitig.
Gerade im Lawinenwinter 1989/99 hat sich klar gezeigt: Der Schutzwald ist ein nachhaltiges, kostengünstiges Schutzsystem. Technik kann dieses System in Einzelfällen ergänzen aber niemals ersetzen.

Boden-Erosionsschutz
Wälder festigen durch ihre intensive und tiefe Durchwurzelung den Boden, und verhindern oder dämpfen zumindest Hangrutschungen und andere Erosionsvorgänge. Mischwälder mit einem hohen Tannen- und Laubbaumanteil können diese Bodenschutzfunktion besonders gut erfüllen. Fehlt das schützende Waldkleid, so hat dies neben der lokalen Gefährdung von Siedlungen, Verkehrswegen und Wiesen & Weiden auch einen erheblichen Einfluß auf die Stabilität des Gesamtökosystems. Ohne die bodenbildende und bodenhaltende Kraft des Waldes wären unsere Berge auf weiten Flächen blanker Fels und Schutt.

Eine besondere Art des Bodenschutzes erfüllen die Steinschlagschutzwälder. Sie halten abrollende Steine und Felsbrocken zurück und gewährleisten so das gefahrlose Befahren der Alpenstraßen. Insbesondere Wälder mit einem hohen Laubholzanteil und einem dichtem Unterholz aus jungen Bäumen und Sträuchern können den Steinschlag am besten zurückhalten. 103.000 Hektar Wald, das sind 40% des gesamten Bergwaldes, haben ganz besondere Bedeutung für den Erosionsschutz. Sie wurden daher in der Waldfunktionsplanung als Bodenschutzwald ausgewiesen.

Lawinenschutz
In der Waldfunktionsplanung wurde knapp ein Viertel des Bergwaldes in den bayerischen Alpen, das sind 55.000 Hektar, als besonders wichtig für den Lawinenschutz ausgewiesen.

Aber, wie kann der Bergwald eigentlich Lawinen verhindern oder mildern?

  • In nadelholzreichen Wäldern wird ein großer Teil des Schnees im Kronendach zurückgehalten. Von dort verdunstet er zum Teil wieder, zum Teil fällt er verzögert und schubweise auf den Boden. Die Schneedecke wird so lokal zusammengepreßt und stabilisiert. Mit steigendem Laubbaum- oder Lärchenanteil geht dieser Effekt zurück, da die im Winter kahlen Bäume den Schnee kaum auffangen können.
  • Im Wald bläst der Wind weniger stark als auf Freiflächen. Der abgelagerte Schnee wird daher kaum verlagert und es kommt seltener zu mächtigen und gleichförmigen Schneeansammlungen.
  • Das im Vergleich zur Freifläche örtlich stark differenzierte, insgesamt deutlich ausgeglichenere Waldklima verhindert, daß sich großflächige labile Schichten in der Schneedecke ("Schwimmschnee") bilden.
  • Im Anrissgebiet von Lawinen wird die Schneedecke durch eine dichte, gleichmäßig verteilte Bestockung festgehalten.

Nur geschlossene Wälder mit einer unregelmäßigen und ungleichartigen Struktur können den Lawinenschutz voll gewährleisten. Daher hat die ungestörte Entwicklung der Verjüngung entscheidende Bedeutung.

Aber:
Über der Waldgrenze abbrechende Lawinen kann selbst ein intakter Schutzwald meist nicht auffangen. In den Wald eindringende Fließlawinen können Bäume bis etwa 30 cm Durchmesser, Staublawinen sogar Bäume bis über 60 cm Durchmesser brechen. Durch das mitgeführte Holz erhöht sich sogar die Gewalt und Zerstörungskraft. Die Schutzwirkung des Waldes liegt deshalb vorwiegend in seiner Fähigkeit, das Abgehen von Lawinen innerhalb des Waldes zu verhindern.

Lawinen, die Siedlungsräume oder wichtige Verkehrswege gefährden, sind im "Lawinenkataster der Bayerischen Alpen" des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft erfaßt. Er enthält mehr als 700 Lawinenstriche. Über die Hälfte der erfassten Lawinen bedrohen unmittelbar Verkehrswege. Ungefähr ein Fünftel der bekannten Lawinen gefährden Bundes- oder Staatsstraßen. Gebäude oder Siedlungsbereiche werden nur relativ selten, das heißt nur in extremen Lawinenwintern, von den Schneemassen erreicht. 22% der im Kataster eingetragenen Lawinenstriche sind derzeit durch technische Maßnahmen gesichert.

Wasserschutz
Gut drei Viertel der Bergwaldfläche ist für den Wasserschutz von ganz besonderer Bedeutung. 27.000 Hektar dieser insgesamt 115.000 Hektar liegen sogar in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten.

Der Wald schützt das Wasser; er reinigt als natürlicher Filter die versickernden Niederschläge und sorgt so für reines Quell- und Grundwasser. Außerdem beeinflusst der Bergwald das Abflussgeschehen. Die Baumkronen fangen bis zu 15% des jährlichen Niederschlages auf und lassen ihn nicht auf den Boden dringen.

Darüber hinaus nehmen die Bäume Wasser über die Wurzeln auf und verdunsten sie wieder über ihre Nadeln bzw. Blätter. Auch hierdurch kommt es zu einer deutlichen Verminderung des Oberflächenabflusses. Versuche haben nachgewiesen, daß der Wasserabfluss aus einem waldfreien Gebirgshang nach Starkregen deutlich höher ist als aus dem schützenden Wald.

Zusätzlich kann der von den Wurzeln durchzogene Waldboden ähnlich wie ein Schwamm große Niederschlagsmengen speichern, die dann erst mit einer zeitlichen Verzögerung abgegeben werden. Der Wald wirkt so ausgleichend auf den Wasserabfluss und die Erosionskraft des Wassers wird gebremst.

Besonders bei sommerlichen Starkregenfällen und zur Zeit der Schneeschmelze werden die Abflußspitzen der Wildbäche und Flüsse gemildert und die Gefahr von Überschwemmungen vermindert. Dieser positive Effekt des Bergwaldes wirkt weit ins Alpenvorland hinaus.

Hanglabilitätskartierung
Die Bayerische Forstverwaltung hat bereits im Jahr 1983 das gesamte bayerische Hochgebirge auf die Labilität seiner Hänge kartiert.

Wälder und Waldbesitzer werden vom Klimawandel stark betroffen, obwohl sie umgekehrt sehr viel zum Klimaschutz beitragen. Dies gilt ganz besonders für den Alpenraum. Deshalb engagieren wir uns für die aktive zielgerichtete Anpassung der Bergwälder, aber auch für die Stärkung und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Forstsektors im Alpenraum. Hierfür sind Anstrengungen auf allen Ebenen erforderlich.

In der gemeinsam von Bayern, Österreich, Südtirol, Tirol und Trient aufgestellten Bergwaldagenda werden die wichtigsten Herausforderungen, Leitlinien und Handlungsfelder beschrieben. Für die Zukunft sehen die Unterzeichner deutlich mehr als bisher auch die europäische Ebene gefordert.

Der Zustand des alpinen Bergwaldes im allgemeinen und des Schutzwaldes im besonderen lässt sich durch folgende Parameter charakterisieren:

  • den Gesundheitszustand. Er wird anhand des Indikators Nadel/Blattverlust bei der jährlichen Waldzustandserfassung für den gesamten Bergwald erhoben.
  • das Alter der alpinen Wälder. Aus dem Alter kann abgeleitet werden, ob die Gefahr besteht, dass sich Waldbestände infolge Überalterung aufzulösen drohen. Für die Schutzwälder wird das Alter der Bestände genau erhoben
  • die Verjüngung der Altbestände, die durch Schnee, hohe Wildbestände und/oder Waldweide gehemmt sein kann.
  • die Veränderung der Baumartenanteile im Bergwald infolge von Wildverbiss oder Waldweide

Der Gesundheitszustand der Bergwälder
Wussten Sie schon, dass derzeit fast ein Drittel aller Bäume im Hochgebirge Kronenschäden aufweisen ?

Die Kronenschäden im Alpenraum liegen auch nach der sichtbaren Erholung in den letzten Jahren über dem Landesdurchschnitt. Eine Entwarnung ist daher für die Schutzwälder, wie für den gesamten Bergwald im Alpenraum nicht gerechtfertigt.

Zu bedenken ist darüber hinaus, dass die üblicherweise angegebenen Durchschnittswerte die erheblichen Unterschiede innerhalb des Alpenraumes nicht widerspiegeln.

Die Altersstruktur des Schutzwaldes
Wussten Sie schon, dass derzeit die Bäume im Hochgebirge im Durchschnitt doppelt so alt sind wie im bayerischen Flachland ?

Wegen der extremen klimatischen Bedingungen im Hochgebirge wachsen die Bäume in den Alpen wesentlich langsamer als im Flachland. Das Durchschnittsalter der Bäume im Schutzwald liegt dabei mit knapp 120 Jahren fast doppelt so hoch wie im Flachland.

Damit besteht heute zwar noch keine großflächige Überalterung, mit der Gefahr dass ganze Bestände großflächig zusammenbrechen. Aber bereits jetzt sterben in Altbeständen vermehrt Einzelbäume ab. Dies führt zu einer allmählichen Verlichtung wegen der Durchlöcherung des Kronendachs. Deshalb muss in den älteren Beständen die Verjüngung eingeleitet und gefördert werden um die Schutzfunktion der Bestände langfristig zu sichern.

Die Verjüngung im Bergwald
Wussten Sie schon, dass Wild und Weidevieh besonders gern Laubbäume und die Weißtanne "verspeisen"?


Problem Nummer 1: Der Wildverbiss

Relativ hohe Schalenwildbestände sind die Hauptursache für unzureichende Verjüngung und den Verlust von Mischbaumarten. Neben Rot- und Rehwild verursacht im Schutzwald vor allem das Gamswild erhebliche Verbissschäden.

Anpassung der Schalenwildbestände
Eine unverzichtbare Voraussetzung für die Sanierung unserer Schutzwälder ist es, die Schalenwildbestände so zu regulieren, daß das flächige Aufwachsen einer schutzfähigen Bergwaldverjüngung möglich wird. Dazu ist auf erheblichen Flächen eine weitere deutliche Reduzierung von Rot-, Reh-, und Gamswild notwendig.

Die Baumarten der natürlichen Vegetation müssen sich in zielgerechter Zusammensetzung ohne Schutz verjüngen können. Wildzäune und Einzelschutz der Verjüngungspflanzen sind keine Lösung. Zäune im Hochgebirge sind extrem teuer und technisch aufwendig. Schneebewegungen im Winter führen zudem immer wieder zu Schäden, so dass ein effektiver Schutz der Verjüngungspflanzen nicht gewährleistet ist. Kaum praktikabel ist auch der Einzelschutz von Pflanzen.

Verlegung bzw. Auflösung von Fütterungen
Die Verminderung der Wildbestände kann sich nicht allein auf die einzelnen Sanierungsflächen konzentrieren, sondern muss sich auf größere Bereiche erstrecken, da sich die Lebensräume des Wildes im Laufe des Jahres verändern. Neben der deutlichen Wildreduktion ist oft auch ein Überdenken der Fütterungskonzepte notwendig. Besonders kritisch sind Fütterungen, die innerhalb oder direkt am Rande von Sanierungsgebieten liegen. Sanierungserfolge können nur dann erreicht werden, wenn diese Fütterungen aufgelassen, an günstigere Orte verlegt oder notfalls durch Wintergatter ersetzt werden.

Neben einer deutlichen Wildreduktion müssen auch Fütterungen verlegt oder aufgelöst werden.


Problem Nummer 2: Die Waldweide

Lokal und regional führt auch die Waldweide (vor allem Rinder und Schafe) durch Tritt- und Verbissschäden zu erheblichen zusätzlichen Belastungen der Verjüngungssituation.

Bereinigung der Waldweide
Die Beweidung von Schutzwäldern, wenn auch räumlich beschränkt, belastet diese oft zusätzlich in erheblichem Maße. Von den ausgewiesenen Sanierungsflächen sind derzeit rund 2.200 ha (23%) beweidet.

Viele Sanierungsflächen liegen in zusammenhängenden Waldweidegebieten und können wegen des damit verbundenen zu hohen Aufwandes nur ausnahmsweise für sich allein viehdicht gezäunt werden. Es ist daher unumgänglich, die Weide auf größeren zusammenhängenden Gebieten im Schutzwald durch vertragliche Ablösung der Weiderechte, Verlegung von Waldweiderechten auf Grünlandflächen oder durch Trennung von Wald und Weide (Ersatzlandbeschaffung) einzustellen. Nach vorsichtigen Schätzungen ist das auf 12.000 - 15.000 Hektar Schutzwald notwendig. In den vergangenen 23 Jahren wurden im bayerischen Hochgebirge bereits 23% der weiderechtsbelasteten Waldflächen von der Beweidung freigestellt.

Seit 1987 konnten durch verstärkte Anstrengungen rund 15.000 Hektar Staatswald von der Waldweide freigestellt werden. Davon lagen rund 6.000 Hektar in Sanierungsgebieten und über 12.000 Hektar im Schutzwald. Circa 20% der Sanierungsgebiete sind jedoch noch immer durch Weiderechte belastet.

Im Schutzwald ist die Bereinigung der Waldweide dringlich.

Die Baumartenanteile im Bergwald
Wussten Sie schon, dass auch heute noch fast 70% unserer Bergwälder Mischwälder sind ?

Von Natur aus kommen in den Alpen Bergmischwälder, Buchenwälder und supalpine Fichtenwälder vor.

Der ursprüngliche Bergmischwald besteht vorwiegend aus Fichte, Buche und Tanne mit geringeren Anteilen an Bergahorn.

Auch heute sind noch fast 70 % der Wälder in den Bayerischen Alpen Mischwälder. Allerdings hat sich in den letzten Generationen im ursprünglichen Bergmischwald die Fichte insbesondere zu Lasten der Tanne ausgebreitet.

Die nebenstehende Grafik verdeutlichen die ursprünglichen und heutigen Baumartenanteile in den Schutzwäldern.

Gravierender als die Verschiebungen in Durchschnittswerten ist jedoch die Entwicklung der Anteile in den verschiedenen Altersstufen:
Während in den über 100 Jahre alten Beständen die Buche noch mit knapp einem Viertel und die Tanne mit fast 10% Anteil gut vertreten sind, geht ihr Anteil in den mittelalten Beständen stark zurück. Hauptgrund für den Rückgang der Mischbaumarten in der Verjüngung war die über lange Zeit hohe Verbissbelastung. Erst in den jüngsten Beständen werden die Bemühungen der Bayerischen Forstverwaltung wieder deutlich und die Anteile von Buche und vor allem der Tanne steigen wieder an.

Das Waldkonzept und die Schutzwaldsanierung der Forstverwaltung wirken dem Rückgang der Mischbaumarten seit Jahren entgegen.

Hanglabilitätskartierung ---- Wussten Sie schon, dass fast die Hälfte des oberbayerischen Hochgebirges stark erosionsgefährdet ist ?
In den Jahren 1972 bis 1983 kartierte die Staatsforstverwaltung alle Hänge im oberbayerischen Hochgebirge, um deren Erosionsgefährdung zu erfassen. Diese Hanglabilitätskartierung gibt wichtige Hinweise auf die Schutzbedeutung des Waldes und die Gefährdung von Siedlungen.

Auf vielen Flächen treten mehrere Erosionsformen neben und miteinander auf. Die Hanglabilitätskarte stellt neben den Erosionsformen die Erosionsgefahr in drei Stufen dar. In der Stufe 3 sind alle stark erosionsgefährdeten und daher labilen Hänge zusammengefasst. Nahezu die Hälfte (45%) des oberbayerischen Hochgebirges ist stark erosionsgefährdet.

Die große Zahl dieser labilen Hänge weist auf die erhebliche Gefährdung des Alpenraumes durch Erosionsvorgänge hin. Diese können durch einen intakten Bergwald deutlich gemindert, wenn auch nicht vollständig verhindert werden.

Ziele und Aufgaben des Schutzwaldsanierungsprogrammes sind:

  • die Erfassung aller in ihrer Schutzwirkung deutlich beeinträchtigten Schutzwälder;
  • die Erfassung aller unbestockten, potentiellen Schutzwaldstandorte, von denen Gefahren für Siedlungen und Verkehrswege ausgehen;
  • die Ordnung der Maßnahmen nach Dringlichkeitsstufen;
  • die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Schutzfähigkeit.

Nach der Erfassung der Flächen müssen rund 12.800 Hektar, saniert werden, das sind etwa 8 % des Schutzwaldes. Hiervon sind sogar 4.800 Hektar vordringlich.

Da die Sanierungsmaßnahmen in der Regel großräumig koordiniert und mit anderen Maßnahmen (Waldweide, Jagd) abgestimmt werden müssen, wurden sie zu Sanierungsflächen und zu Sanierungsgebieten zusammengefaßt.

Sanierungsflächen
sind sanierungsnotwendige Schutzwaldbestände oder Aufforstungsbereiche

Sanierungsgebiete
sind großräumige Bereiche (z.B. Bergflanken, Hänge über Ortschaften und Straßen, Wildbacheinzugsgebiete), in denen auf Teilflächen - den Sanierungsflächen - Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Darüber hinaus wurden in Regionen ohne akuten Sanierungsbedarf rund 50 Gefährdungsgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 31.000 Hektar ausgewiesen.

Gefährdungsgebiete
sind Bereiche mit hoher Schutzbedeutung des Waldes für Ortschaften und Infrastruktureinrichtungen, in denen derzeit noch keine forstlichen Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Negative Entwicklungen müssen hier unter allen Umständen vermieden werden.

Die Lage der Sanierungs- und Gefährdungsgebiete sowie die dort notwendigen Maßnahmen werden in Planungskarten erfaßt.

Bergwald-Sanierungsmaßnahmen ---- Wussten Sie schon, dass die Forstverwaltung im Schutzwald bisher rund 8,9 Millionen (!!!) Bäumchen gepflanzt hat?
Wenn Sie sich alle Bestandeslücken auf den Sanierungsflächen zu einer Fläche zusammengeschoben vorstellen, dann müssen in den nächsten 20-25 Jahren im Rahmen des Schutzwaldsanierungsprogrammes im Bayerischen Alpenraum 4.800 Hektar Waldflächen verjüngt werden.

Auf rund 2.000 Hektar wird dabei die Naturverjüngung gefördert, davon sind knapp 700 Hektar vordringlich.

Wo die Naturverjünung jedoch nicht ausreicht oder ganz ausbleibt, müssen wir pflanzen. Bei der Pflanzung ahmen die Schutzwaldsanierer die in der Natur häufig zu beobachtende Rottenstruktur nach. Pflanzmaßnahmen sindauf rund 2.800 Hektar geplant. Davon sind über 1.000 Hektar vordringlich.

Ingenieurbiologische Verbauung soll auf 51 Hektar durchgeführt werden, davon auf 36 Hektar vordringlich. Mit dieser Verbauung sollen offene Erosionsflächen mit biologischen Maßnahmen wie Aussaat, Mulchung, Einbringen austriebsfähiger Gehölze (Weiden) etc. gesichert werden.

Auf circa 400 Hektar (hiervon 214 Hektar vordringlich) sind zum Schutz der Verjüngung temporäre Gleitschnee- und Lawinenverbauungen nötig, die von der Bayerischen Staatsforstverwaltung erstellt werden. Diese Verbauungen sind in der Regel aus Holz mit einer Schutzdauer von 30 bis 40 Jahren und Kosten bis zu 200.000 DM/Hektar.
Diese technischen Maßnahmen sollen vor allem die Zerstörung der Verjüngung durch Gleitschnee und kleinere Waldlawinen verhindern. Zum Einsatz kommen dabei vornehmlich:

  • Querleger aus gefällten, abgestorbenen Bäumen
  • im Boden verankerte Holzschwellen aus Rundhölzern
  • Dreibeinböcke und Pfählungen

Die Wasserwirtschaftsverwaltung errichtet, wo notwendig, permanente Schutzbauwerke aus Stahl mit einer Schutzdauer von bis zu 100 Jahren mit Kosten bis zu 1 Million DM/ha.

Häufig werden diese verschiedenen Maßnahmen kombiniert.

Die wichtigste flankierende Maßnahme zur Sicherung und Wiederherstellung der Schutzfunktion ist die Anpassung der Schalenwildbestände an ein Maß, das den flächigen Aufwuchs einer schutzfähigen Bergwaldverjüngung ermöglicht. Dazu ist auf erheblichen Flächen eine weitere deutliche Reduzierung von Reh-, Rot-, und Gamswild notwendig, da die Zäunung der Verjüngungsflächen aufgrund der Geländebedingungen weitgehend ausscheidet. Außerdem ist die Ablösung der Waldweide ebenfalls ein wichtiger Ansatzpunkt zur Entlastung des Schutzwaldes.

Schließlich muß der Tourismus in sinnvolle Bahnen gelenkt werden und der Schadstoffausstoß, vor allem durch Kraftfahrzeuge, vermindert werden.

Sanierungsmaßnahme Querleger
In sanierungsbedürftigen Schutzwäldern, die noch nicht zu stark verlichtet sind, können durch Einbeziehen der Bestockung oft mit einfachen forsttechnischen Methoden Schneebewegungen unterbunden werden. So genügt u.U. der Schutz hoch abgeschnittener Baumstümpfe oder quergefällter Bäume, um Jungwuchs aufkommen zu lassen.

In manchen Fällen muß jedoch wegen der starken Verlichtung jedes weitere Fällen von Bäumen vermieden werden. Hier können als Ersatz Rundhölzer, sog. Schwellen, am Boden verlegt werden, die mit Eisenpfählen oder Drahtseilankern befestigt sind.

Sanierungsmaßnahme Holzschwellen
In sanierungsbedürftigen Schutzwäldern, die noch nicht zu stark verlichtet sind, können durch Einbeziehen der Bestockung oft mit einfachen forsttechnischen Methoden Schneebewegungen unterbunden werden. So genügt u.U. der Schutz hoch abgeschnittener Baumstümpfe oder quergefällter Bäume, um Jungwuchs aufkommen zu lassen. In manchen Fällen muß jedoch wegen der starken Verlichtung jedes weitere Fällen von Bäumen vermieden werden. Hier können als Ersatz Rundhölzer, sog. Schwellen, am Boden verlegt werden, die mit Eisenpfählen oder Drahtseilankern befestigt sind.

Sanierungsmaßnahme Dreibeinböcke
Sollen einzelne Rotten oder Verjüngungen geschützt oder sollen kleinere Lücken im Schutzwald gesichert werden, bieten sich Dreibeinböcke an. Die bis zu 1,5 m hohen Bauwerke können schon relativ hohe Schneedecken stabilisieren und den Abgang von Schneerutschen verhindern. Sie müssen sorgfältig verankert werden und sind bautechnisch aufwendig und teuer.

Pfählungen
In sanierungsbedürftigen Schutzwäldern, die noch nicht zu stark verlichtet sind, können durch Einbeziehen der Bestockung oft mit einfachen forsttechnischen Methoden Schneebewegungen unterbunden werden. So genügt u.U. der Schutz hoch abgeschnittener Baumstümpfe oder quergefällter Bäume, um Jungwuchs aufkommen zu lassen.

Auch durch Pfählungen wird die Bodenrauhigkeit erhöht. Dabei werden 10 bis 15 cm starke Holzpfähle in den Boden gerammt. Sie müssen zu zwei Drittel ihrer Länge im Boden stecken, sonst werden sie vom Schnee umgedrückt.

Wasserschutzgebiete in Bayerns Wäldern

Sauberes Trinkwasser

Die positive Wirkung des Waldes auf unser Grundwasser zeigt sich auch darin, dass überdurchschnittliche viele Wasserschutzgebiete in Bayern in Wäldern liegen.

Insgesamt sind es annähernd 2/3 der Wasserschutzgebiets-Flächen oder rund 140 000ha. Zum Vergleich, der Anteil der Waldflächen an der Gesamtfläche Bayerns liegt dagegen nur bei gut einem Drittel (36%). Auch die Analysen der Inhaltsstoffe weisen erfreulich gute Werte auf. Die Gehalte an Schadstoffen oder an Nitrat (Stickstoff) sind meist sehr niedrig und liegen deutlich unter den vorgeschrieben Grenzwerten.

Die Einträge in die Böden an Stickstoff, der Vorläufersubstanz des Nitrat, liegen jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Wie die kontinuierlichen Messungen z.B. an den Waldklimastationen der Bayerischen Landesanstalt zeigen, schwanken diese zwar in Abhängigkeit von den Emissionsquellen, der Witterung und interner Umsetzungsprozesse im Boden räumlich und zeitlich sehr stark. Bei der Berechnung tolerierbarer langfristiger Belastungsgrenzen ("Critical Loads") wurde aber festgestellt, dass an 20 von 22 Waldklimastationen die Einträge an Stickstoff in den kommenden Jahren zum Teil deutlich verringert werden sollten.

LWF-aktuell 34: Stickstoff in Bayerns Wäldern Externer Link

Hochwasserschutz

Hochwasser (Bild: W. Stenner, LWF)

Hochwasser

Wald speichert Wasser

Dieses ist mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Mrd. € ausgestattet, dem Hochwasserschutz wird damit sehr hohe Priorität eingeräumt. Technische Maßnahmen, planerische Vorsorge und vorbeugende Maßnahmen ergänzen sich und arbeiten Hand in Hand.

Die Baumkronen fangen bereits einen Teil des Niederschlags auf und verdunsten diesen. Hoher Wasserverbrauch in der Vegetationszeit trägt zur Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit der Böden bei. Durch intensive und tief reichende Durchwurzelung schaffen die Waldbäume einen humus- und grobporenreichen Boden, der das Wasser gut eindringen lässt. Diese hohe Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens ist der entscheidende Faktor für den Hochwasserrückhalt in bewaldeten Einzugsgebieten. Allerdings gilt, dass der Wald nur soviel Wasser zurückhalten kann, wie er in den Bodenporen, Rinnsalen, Bächen und Mooren speichern kann.

In Bayern gilt seit dem Jahr 2001 das Hochwasserschutz - Aktionsprogramm 2020:
Dieses ist mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Mrd. € ausgestattet, dem Hochwasserschutz wird damit sehr hohe Priorität eingeräumt. Technische Maßnahmen, planerische Vorsorge und vorbeugende Maßnahmen ergänzen sich und arbeiten Hand in Hand.

Das Programm baut auf drei Säulen auf:

  • dem natürlichen Rückhalt des Niederschlagswassers in der Fläche, also dem vorbeugenden Hochwasserschutz,
  • den Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes, wie der Schaffung von Hochwasserrückhalteräumen,
  • der weitergehenden Hochwasservorsorge, also auf Maßnahmen zur vorsorgenden Eingrenzung des Schadensausmaßes. Dies bedeutet beispielsweise, in Hochwasser gefährdeten Zonen eine konsequent auf Sicherheit ausgerichtete Bauleitplanung zu praktizieren.

Der Wald hat seine Bedeutung im vorbeugenden Hochwasserschutz, dem "Wasserrückhalt in der Fläche". Wasser, das nach Starkregen im Wald gespeichert wird oder auch nicht so schnell abläuft, gelangt erst später in Bäche und Flüsse und verringert damit die Hochwassergefahr. Nicht nur im Alpenraum und den Mittelgebirgen ist der Wald damit ein äußerst wichtiger Rückhalteraum für Niederschläge. Bei Überschwemmungen kann durch das Zusammenspiel von Fluss und Aue entstandenes Hochwasser gedämpft und häufig ungefährlich zurück gehalten werden. Daher dienen die Neubegründung von Auwald, die Auwaldpflege, die Sicherung und Pflege der Schutzwälder im Hochgebirge und wo notwendig die Schutzwaldsanierung gerade auch dem Hochwasserschutz.

Konsequenzen für einen verbesserten Hochwasserschutz
Aufgrund dieser Eigenschaften lassen sich folgende Konsequenzen für einen verbesserten Hochwasserschutz im Wald ableiten:

  • Der Wald ist in seiner Flächensubstanz zu erhalten und wo immer möglich zu mehren. Bayern weist seit 1981 Jahr für Jahr eine positive Flächenbilanz auf. Von 1977 bis 2005 nahm die Waldfläche um 13 336 ha zu. So wurden allein im Jahr 2004 Erstaufforstungen mit rund 1.3 Mio. € gefördert. Die "neuen" Waldbesitzer haben dabei vorbildlich fast ausschließlich Laubbaum- oder Mischwaldbestände begründet.
  • Keine Bodenfreilage durch großflächige Kahlhiebe. Dies ist einer der Gründe, warum nach dem Waldgesetz für Bayern "Kahlhiebe im Hochwald zu vermeiden" sind. Für Kahlhiebe im Schutzwald besteht sogar eine Erlaubnispflicht.
  • Bekämpfung des Borkenkäfers, um die natürliche Entstehung von Freiflächen zu vermeiden.
  • Unerlässlich ist die Pflege und Verjüngung der Wälder. Schließlich dient der gesamte Wald dem vorbeugenden Hochwasserschutz. Wichtig sind dabei Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturvielfalt, um die Stabilität, z. B. gegen Sturmwurf und Schneebruch, zu erhöhen.
  • Der Grundsatz Wald vor Wild ist umzusetzen. Vor allem in gemischten Altbeständen sorgt er dafür, dass durch Naturverjüngung wieder ein artenreicher Mischwald mit optimaler Schutzfunktion entstehen kann.
  • Im Alpenraum gilt der Sanierung geschädigter Schutzwälder nach wie vor besonderes Augenmerk. Seit 1986 wurden in die Schutzwaldsanierung rund 56 Mio. Euro investiert. Fast elf Millionen Pflanzen wurden ausgebracht, auf über 130 Hektar wurden Gleitschneeverbauungen errichtet. Im Ergebnis ist der intakte, naturnahe Bergwald der beste Hochwasserschutz für das angrenzende Flachland.
  • Moore sind ein wertvoller Bestandteil und wichtige regulierende Elemente im Wasserkreislauf unserer Landschaft in Bayern. Sie leisten außerdem einen entscheidenden Beitrag zur Biodiversität. In der Vergangenheit wurden viele dieser Moore durch Entwässerung und Torfabbau oftmals mit nachfolgender Aufforstung tiefgreifend verändert. Die Moore können diese Funktionen jedoch nur in einem weitgehend ungestörten Zustand erfüllen. Daher steht seit über zwanzig Jahren für die Moore im Staatswald nicht mehr die Rohstoffgewinnung durch Torfabbau oder die forstliche Nutzung im Vordergrund, sondern ihre Erhaltung oder Wiederherstellung.
  • Die Wiedergewinnung natürlicher Überschwemmungsflächen wie dem Auwald stellt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die mit Abstand wirksamste Maßnahme zur Minderung der Hochwasserspitzen dar. Der naturnahe Auwald kann große Wassermengen zurückhalten und die Strömungsenergie verringern. Damit tragen Auwälder erheblich zur Dämpfung von Hochwasser bei. Die Wiederbegründung von Auwald ist deshalb mit die wichtigste forstliche Maßnahme für den vorbeugenden Hochwasserschutz. Die Fläche der Flussauen Bayerns beträgt hypothetisch etwa 300 000 ha. Von Natur aus wären sie überwiegend mit Auwäldern bedeckt. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden viele Flüsse reguliert und eingedeicht, mit dem Ziel, der Hochwasserfreilegung. In Folge wurden weite Teile der nicht mehr überfluteten Auwälder gerodet oder mit nicht standortgerechten Baumarten bestockt. Um 1980 gab es nur mehr etwas über 40 000 ha Auwald, dies entspricht rund 13 % der potentiell möglichen Auwaldfläche. Oberstes Ziel muss daher sein, Auwald zu erhalten und neuen zu begründen.

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