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Header: Funktionen des Waldes

Schutzgebiete
Biologische Vielfalt im Wald

Der Wald in Bayern bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie sind an das Zusammenleben mit Bäumen angepasst. Einige gedeihen nur im Schatten der Bäume, andere brauchen Baumhöhlen als Verstecke, wieder andere benötigen Eicheln, Bucheckern oder Fichtensamen als Nahrung.

Biologische Vielfalt Totholz und Strukturreichtum im Naturwaldreservat Eichhall
Zoombild vorhanden

Totholz und Strukturreichtum im Naturwaldreservat Eichhall (Bild: T. Bosch, LWF)

Nicht nur wir Menschen brauchen und schätzen den Wald als Erholungsraum, Rohstofflieferant, "Klimaanlage" und - v.a. im Gebirge - als "Lebensversicherung" gegen Lawinen, Muren und Hochwasser. Für zahllose Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist der Wald der Lebensraum, der ihnen Nahrung, Wohnung und Schutz bietet.

Natura 2000 - Allgemeines

Natura 2000 ist ein europäisches Biotopverbund-Netz.
Es setzt sich aus den Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und den Vogelschutz-Gebieten zusammen. Hauptziel dieser Europäischen Naturschutzrichtlinie ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa. Bestimmte Lebensraumtypen und Arten in diesen Gebieten sollen in einem günstigen Zustand erhalten oder dieser wenn nötig wiederhergestellt werden.

Bayern hat für Natura 2000 insgesamt rd. 797.000 ha an Flächen gemeldet. Wald ist an diesem Flächen-Netzwerk aus 744 Gebieten mit etwa 450.00 ha (56%) deutlich überproportional beteiligt.

Gebietsmanagement im Wald
Zum Gebietsmanagement gehören die Erstellung und Umsetzung von Managementplänen, das Monitoring des Erhaltungszustands, eine Erfolgskontrolle der durchgeführten Maßnahmen sowie regelmäßige Berichtspflichten an die EU.

Forst- und Naturschutzbehörden teilen sich diese Aufgaben: Im Wald sind die Forstbehörden zuständig, im Benehmen mit den Naturschutzbehörden. Auf unbewaldeten Natura2000-Flächen (Offenland) sind die Naturschutzbehörden zuständig. In Mischgebieten wurde eine Federführung für organisatorische Fragen und Aufgaben festgelegt.

Miteinander planen
Innerhalb eines Handlungsrahmens, der zum Schutz und Erhalt der Arten und Lebensräume erforderlich ist, soll der Eigentümer zukünftig auch im Natura 2000-Gebiet möglichst frei wirtschaften können. Dies ist meist auch ohne Interessenskonflikte möglich - denn Waldnutzung und Naturschutz sind in Bayern kein Widerspruch, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Um die Belange von Forstwirtschaft und Naturschutz optimal miteinander zu vereinbaren, werden die Managementpläne und ihre Umsetzung von allen Beteiligten an Runden Tischen "auf gleicher Augenhöhe" diskutiert.

Weitere politische und rechtliche Informationen zu Natura 2000 finden Sie auf der

Ansprechpartner

Persönliche Ansprechpartner/in für die Waldbesitzer:
Planung am Runden Tisch; Umsetzung Erhaltungsmaßnahmen; Beratung Waldbesitzer

Beratung und Service für die Forstbehörden:
Steuerung in Fachfragen; operative Teilarbeiten (GIS; Arten; Datenbank); Beratung der Kartierteams und der ÄLF (Arten); Berichtspflicht; Abstimmung
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Externer Link

Fachleute für Kartierung und Bewertung
Regionales Kartierteam - Grundlagenerhebung; Beratung der ÄLF und der Runden Tische; Monitoring

Gebietsmanagement

Grundlagenphase (Forstverwaltung)

  • Feinabgrenzung der Außengrenzen (Naturschutz)
  • Konkretisierung der örtlichen Erhaltungsziele
  • Wald-Offenland-Abgrenzung
  • Vorkommen und Zustand der Lebensraumtypen und Arten

Planungsphase (Forstverwaltung)

  • Festlegung der notwendigen Erhaltungsmaßnahmen

Umsetzungsphase (Forstverwaltung)

  • Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen
  • Monitoring und Erfolgskontrolle
  • Berichtspflichten an die EU

Ziele der Forstverwaltung

  • fachliche Qualität bei der Erfüllung der Rechtspflichten
  • Effizienz in der Umsetzung
  • Transparenz und Akzeptanz

Wichtig ist uns dabei . . .

  • die Grundeigentümer intensiv einzubeziehen
  • für Rechts- und Planungssicherheit zu sorgen
  • die Nutzungsmöglichkeiten abzusichern
  • die freiwillige Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen im Privatwald gegen Entgelt
  • die Berichtspflicht an die EU-Kommission zum 20.06.2007 zu erfüllen
  • aus Betroffenen Beteiligte zu machen: Gebietsmanagement am Runden Tisch

Waldflächen und Gebiete

Bayern hat insgesamt 744 Gebiete mit zusammen rund 797.000 ha für das europäische Netz Natura 2000 gemeldet. Dabei fallen 449.000 ha auf den Wald bzw. 18% Bayerischen Waldfläche. 53,5 % davon sind bayerischer Staatswald.

Die insgesamt rund 449.000 ha Wald verteilen sich gerundet auf 240.000 ha (53 %) Staatswald, 111.000 ha (25 %) Privatwald, 60.000 ha (13 %) Körperschaftswald und 26.000 ha (6 %) Bundeswald. Dies verdeutlicht die hohe Naturschutzqualität der bayerischen Wälder und insbesondere des Staatswaldes. Hinzu kommen noch rund 34.000 ha Offenland im Besitz der Forstverwaltung, überwiegend Moore, Wiesen und Felsregionen im Gebirge.

Informationen zu den einzelnen Gebieten finden Sie auf der

Homepage des Landesamts für Umwelt Externer Link

Natura 2000 für Waldbesitzer

Bei den Auftaktveranstaltungen in den einzelnen Natura 2000-Gebieten erhalten die Waldbesitzer umfassende Informationen über Grundlagen und Hintergründe sowie über das örtliche Gebiet. Einige wichtige, allgemein gültige Folien aus den Präsentationen finden Sie hier:

Runder Tisch

Aus anderen Bereichen ist bekannt, dass allzu oft gut gemeinte Pläne scheitern, weil der Dialog mit den Betroffenen zu wenig oder zu spät geführt wird. Mögliche Alternativen und Kompromisse kommen so gar nicht erst zustande, die Akzeptanz bleibt aus.

Für eine erfolgreiche Natura 2000-Umsetzung ist daher die umfassende Beteiligung aller Betroffenen entscheidend. Am Runden Tisch können aus Betroffenen Beteiligte werden, die auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen, ihre Ängste und Sorgen offen legen, aber auch ihre Ideen und Möglichkeiten einbringen.

Grundsätzlich wird daher für jedes Natura 2000-Gebiet ein Runder Tisch eingerichtet, an dem die Managementpläne für jedermann transparent diskutiert werden. Mit am Tisch sitzen können grundsätzlich alle Grundbesitzer, Behörden und Kommunen sowie die örtlichen Nutzer- und Naturschutzverbände.

Ziele sind die Beratung der verantwortlichen Fachbehörden, die Lösung von Konflikten und "Knackpunkten" sowie die Vermittlung von Wissen und Stolz auf die wertvollen Naturgüter unserer Heimat. Für die Grundbesitzer bietet sich die Chance, Handlungsspielräume zurückzugewinnen.

Neue eigentümerfreundliche Wege gibt es auch bei der Einladung der Grundbesitzer: Grundsätzlich werden sämtliche Grundbesitzer persönlich zur Auftaktinformation und anderen wichtigen „Meilensteinen“ eingeladen. Zu den zwischenzeitlichen Sitzungen des Runden Tisches erfolgen öffentliche Bekanntmachungen über die Presse sowie persönliche Einladungen an jene Grundbesitzer, die dies wünschen. Für Großgebiete mit vielen Hundert bis unter Umständen mehreren Tausend Grundbesitzern sind Sonderlösungen erforderlich, um den Verwaltungsaufwand im Rahmen zu halten.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) der Waldbesitzer

Natura 2000 ist eine komplexe Materie mit vielen Teilbereichen. Die wichtigsten und häufigsten Fragen aus Sicht der Waldbesitzer haben wir nachfolgend zusammengestellt und beantwortet.

FAQs - Fachliche Themen
Wie viele Natura 2000-Gebiete gibt es und wie viel Wald enthalten sie? Wie verteilt sich die Natura 2000-Waldfläche in Bayern auf die Besitzarten? Warum wurde gerade dieses Gebiet ausgewählt, in dem mein Wald liegt?
Natura 2000 FAQs - Fachliche Themen pdf 82 KB

FAQs - Managementplan
Was genau ist der Managementplan? Gibt es eine einheitliche Gliederung? Wie läuft die Erstellung des M-Plans bei Federführung Forstverwaltung ab?
Natura2000 FAQs - Managementplan pdf 80 KB

FAQs - Runder Tisch
Welche Ziele hat der Runde Tisch? Was kann der Runde Tisch entscheiden? Wo liegen seine Grenzen ? Wer entscheidet am Runden Tisch?
Natura2000 FAQs - Runder Tisch pdf 137 KB

Waldbiotope

Naturschutzgebiet Teufelsloch (Bild: LWF)

Naturschutzgebiet Teufelsloch

Wald in Bayern - ein Mosaik vielfältiger Waldökosysteme

In Bayern ist durch die äußerst kleinräumig wechselnden standörtlichen Bedingungen und die Vielzahl an Waldbesitzern über die Jahrhunderte ein Mosaik vielfältiger Waldökosysteme entstanden. Im Vergleich zu anderen großflächigen Landnutzungen wie Landwirtschaft, Siedlung und Verkehr finden sich im Wald zudem Lebensräume mit hoher Naturnähe und einer großen biologischen Vielfalt. Dies gilt in ganz besonderem Maße für die ökologisch besonders wertvollen und deshalb gesetzlich geschützten Waldbiotope nach Art. 13d Abs. 1 Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG), nachfolgend bezeichnet als 13d-Biotope. Beispiele solcher Waldbiotope sind die Moor-, Bruch-, Sumpf- und Auwälder oder Wälder trockenwarmer Standorte, Schluchtwälder, Block- und Hangschuttwälder.

Rechtslage
13d-Biotope sind kraft Gesetzes geschützt. Die Schutzbestimmungen gelten unabhängig davon, ob das 13d-Biotop durch die zuständige Behörde registriert und ihr Rechtsstatus dem Eigentümer bekannt gemacht worden ist.

Die bisherige forstwirtschaftliche Bewirtschaftung war in vielen Fällen der Garant für den Erhalt des Biotops als Waldstandort. In den meisten Fällen können daher diese Biotope im vollen bisherigen Umfang forstlich genutzt werden. Unzulässig sind lediglich jene Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung der aktuellen Verhältnisse führen können.

Kartierhilfe Wald
Für die Erfassung der nach Art. 13d BayNatSchG gesetzlich geschützten Biotope im Wald gibt es eine von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erstellte Kartierhilfe. Sie erleichtert auf der Grundlage und in Ergänzung des 1d(1)-Bestimmungsschlüssel des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) das Erkennen und Erfassen der Biotope. Die Beschreibung der geschützten Waldgesellschaften und ihrer Standorte trägt dazu bei, den Schutz und die nachhaltige Nutzung durch die forstliche Praxis zu unterstützen.

Erfassung im Staatswald
Die Bayerische Forstverwaltung kartiert seit 2006 zusammen mit dem Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) die 13d-Biotope im bayerischen Staatswald. Die Erfassung stellt keine flächige Waldbiotopkartierung dar, sondern grenzt die im Gesetz definierten Biotope ab. Die Kartierung hat deklaratorischen Charakter. Sie schafft vor allem Rechtssicherheit und erleichtert die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und den Schutz der Biotope.

Vorgehen
Im Staatswald werden die 13d-Biotope durch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und die Forsteinrichtungsteams der BaySF kartiert und beschrieben. Die Kartierung und Beschreibung der Biotope sowie die Erstellung einer entsprechenden Datenbank erfolgt in enger Kooperation mit dem LfU.

Wald als Biotopverbund

Mit 2,5 Mio. ha Fläche bildet der Wald in Bayern von Natur aus einen ganz besonderen Biotopverbund. Bayerns "Grünes Drittel" gehört in weiten Bereichen zu den naturnähesten Flächen im Land. Vielerorts sind die bayerischen Wälder aufgrund ihrer Naturnähe von naturschutzfachlicher Bedeutung und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

Für bestimmte Arten und Biotope des Waldes unternimmt die Bayerische Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit der BaySF zusätzliche Anstrengungen, wie z. B. die Anlage von Biotopverbundsystemen im Wald innerhalb des BayerNetzNatur.

Biotopverbundprojekte im Wald
Mit heute insgesamt 14 Projekten beteiligte sich die Bayerische Staatsforstverwaltung seit 2002 am Auf- und Ausbau des BayernNetzNatur, des landesweiten Netzes an bayerischen Biotopverbundprojekten. Zum 1. Juli 2005 wurden die Projektstände ermittelt und dem Unternehmen BaySF übergeben. Das für den bayerischen Staatswald zuständige Unternehmen führt die Projekte in enger Kooperation mit der Bayerischen Forstverwaltung fort.
Beispiel: Wärmeliebende Waldsäume der Frankenhöhe pdf 127 KB

Den offiziellen Startschuss bildete die öffentliche Präsentation des Biotopverbundprojektes "Wärmeliebende Waldsäume der Frankenhöhe" am 20.03.2002 in Rothenburg o.d.T. Ab dem Frühjahr 2002 erfasste und optimierte das frühere Forstamt Rothenburg o.d.T. auf insgesamt 39 km Länge naturnahe Waldränder im Staatswald gezielt für wärmeliebende Tiere und Pflanzen.

Leitart ist dabei der Hirschkäfer, der als einer der größten, spektakulärsten und seltensten einheimischen Käfer stellvertretend für eine große Vielfalt an hochspezialisierten Käferarten steht.

Im Laufe des Jahres folgten dann die weiteren Projekte. Im Landkreis Passau wurrde der Neuburger Wald mit insgesamt 3 800 Hektar als Biotopgebiet für Schwarzstörche, Fledermäuse und zahlreiche Amphibienarten erhalten und optimiert. Die Altholzinseln im Workerszeller Forst (Landkreis Eichstätt/Weißenburg-Gunzenhausen) wurden zum Schutz der dort vorkommenden seltenen Vogelarten wie Rauhfußkauz, Hohltaube, Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper gesichert und gefördert. Weitere Biotopprojekte waren die Wiedervernässung von Teilen des Rotter Forstes im Landkreis Rosenheim, die Erhaltung der Gewässer und Feuchtlebensräume in den Wäldern des Langenautales und seiner Nebentäler im Landkreis Hof, das systematische Pflegen und Entwickeln von speziellen Waldbiotopen im Hohen Steigerwald im Landkreis Bamberg, die Erhaltung von ökologisch wertvollen Flächen im Steinwald im Landkreis Tirschenreuth und die Optimierung der vorhandenen Biotopgebiete Am Leinschlag in der Vilsecker Mulde im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Nationalparke in Bayern

Nationalpark Bayerischer Wald - Naturverjüngung (Bild: LWF)

Nationalpark Bayerischer Wald - Naturverjüngung

Wussten sie schon, dass der Nationalpark Bayerischer Wald der älteste Nationalpark Deutschlands ist?

Im Freistaat Bayern liegen zwei Nationalparke, der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden. In Nationalparken sollen grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe stattfinden. Dadurch wird zum einen das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und eine ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften gewährleistet.

Zum anderen bieten Nationalparke dadurch ideale Bedingungen, um die natürlichen Abläufe in der Natur zu erforschen. Darüber hinaus können Sie in den Nationalparken nicht nur Informationen über Natur und Umwelt erhalten, sondern selbst die Natur besonders eindrucksvoll mit allen Sinnen erleben.

Die bayerischen Nationalparke erfüllen die strengen Kriterien der internationalen Naturschutzunion IUCN und haben höchste Auszeichnungen erhalten.

Nationalpark Bayerischer Wald

Bereits im Jahr 1970 stellte Bayern mit dem Nationalpark Bayerischer Wald eine einmalige Wald- und Mittelgebirgslandschaft unter Schutz.

Nationalpark Bayerischer Wald Externer Link

Nationalpark Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden umfasst im wesentlichen das frühere 20.400 ha große Naturschutzgebiet Königssee. Bergmischwälder am Königsee, hochgelegene Fichten-Lärchen-Bestände, örtlich mit Zirben, sowie aufgrund früherer Nutzungen fichtenbetonte Wälder prägen den Wald. Seine Landschaft gehört zu den schönsten Gebieten in den bayerischen Alpen.

Nationalpark Berchtesgaden Externer Link

Naturwaldreservate - Kleine "Urwälder" in Bayern

Naturwaldreservate sind Wälder, die sich noch in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. In den Naturwaldreservaten läuft die natürliche Waldentwicklung ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen urwaldähnliche Wälder mit starken Bäumen und viel Totholz. Auch in Bayern finden sich noch urwaldähnliche Wälder, die die Bayerische Forstverwaltung als Naturwaldreservate einrichtet.

Auf einen Blick

  • Die ersten Naturwaldreservate wurden in Bayern im Jahr 1978 eingerichtet.
  • Bayern hat insgesamt 160 Naturwaldreservate auf über 7 000 Hektar, davon
  • im Staatswald: 154,
  • im Kommunalwald: 4
  • im Kommunal- und Staatswald: 1
  • im Privatwald: 1
  • Die Durchschnittsgröße eines Naturwaldreservats in Bayern beträgt rund 44 Hektar.

Naturwaldreservate und Forstwirtschaft
In Naturwaldreservaten ruht die Forstwirtschaft. Es werden weder Holz geerntet noch neue Wege gebaut. Nur in Ausnahmefällen darf der Waldbesitzer zur Motorsäge greifen: Wenn beispielsweise dürre Äste oder abgestorbene Bäume Wanderer auf ausgezeichneten Wegen gefährden oder der Borkenkäfer benachbarte Wirtschaftwälder zu befallen und zu schädigen droht.

Labor unter freiem Himmel
Für die Bayerische Forstverwaltung sind die Naturwaldreservate eine Art Labor unter freiem Himmel, nur dass hier die Wissenschaftler nicht im weißen Kittel mit Pipette und Bunsenbrenner arbeiten, sondern in wetterfester Kleidung mit Fernglas und Maßband. Hier sammeln Wissenschaftler wichtige Daten über den Wald und seine Entwicklung sowie über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Kreislauf der Wälder
Die Wissenschaftler erforschen in den Naturwalreservaten den Kreislauf von Wachsen, Vergehen und Erneuern der Wälder. Die Daten liefern wichtige Erkenntnisse für Förster und Waldbesitzer, wie sie ihre Wälder naturnah bewirtschaften können. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind diese Hinweise wichtig, damit auch in Zukunft gesunde und stabile Wälder in Bayern wachsen werden.

Große Vielfalt in der Tier-und Pflanzenwelt
In den Naturwaldreservaten bleibt der weitgehend naturnahe Zustand der Wälder mit ihren typischen Tieren, Pflanzen und Pilzen erhalten und sie können sich dort auch in Zukunft ungestört weiterentwickeln. Vorteil: Die natürlich vorkommenden und oft seltenen Tier- und Pflanzenarten in den Naturwaldreservaten wandern in benachbarte Waldflächen aus und besiedeln so auch die umliegenden Wälder.

"Ur"-Wald hautnah erleben
Die Bayerische Forstverwaltung bietet für die Bürger in Bayern ein abwechslungsreiches Wald-Erlebnisprogramm an. Zum Beispiel können Bürger, Familien oder Kinder in den Naturwaldreservaten die natürlichen Kreisläufe und Zusammenhänge im Wald hautnah erleben und die Grundlagen für eine naturnahe Waldwirtschaft erfahren.

Weitere Informationen über Naturwaldreservate

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