Sprungmarken:

Pfeil
Header Service - Astholz-Stifte

Nachrichten aus der Praxis - Forstinfo 01/2012
„Wald der Zukunft“ mit einer Kunstausstellung

In Pfarrkirchen eröffnete Bürgermeister Georg Riedl am 11. November 2011 im Alten Rathaus die Veranstaltung „Wald der Zukunft“ mit einer Kunstausstellung. Der Künstler Johannes Remler beobachtete in einem vom Sturm getroffenen Fichtenbestand die Aufräumungsarbeiten bis zum Abtransport der gefällten Stämme.

Pfarrkirchen, Veranstaltung "Wald der Zukunft" 2011Zoombild vorhanden

Von links: G. Biermayer, StMELF, S. Spann, Präsident des Bayer. Waldbesitzerverbandes, G. Lermer, Bayerischer Forstverein, H. Wimberger, Waldbesitzer, A. Reiter, Sägewerksmeister, F. Hager, Obermeister der Zimmererinnung Rottal-Inn, Prof. Dr. M. Schölch, Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft Bayern. (Foto: Bayer. Forstverein)

Gudula Lermer, Vorsitzende des Bayerischen Forstvereins, lud zu Beginn der Vortragsreihe alle am Wald Interessierten ein, sich mit dem Thema Waldumbau und Waldwirtschaft auseinanderzusetzen. Der Forstverein bietet dazu regelmäßig Veranstaltungen an. Prof. Dr. Manfred Schölch, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) Bayern, umriss die zukünftigen Chancen und Aufgaben im Waldumbau. Die Weißtanne kann teilweise die labile Fichte ersetzen, wenn „man nur das richtige Holz mache und richtig jage“.

Für Hans Wimberger, Öko-Landwirt und Waldbesitzer aus Roßbach, ist es wichtig, stabile, zukunftssichere, ertragreiche und ästhetisch schöne Wälder aufzubauen. Dazu gehört die Abkehr vom Kahlschlag genauso wie die Förderung der Mischbaumarten. Alois Reiter, Sägewerksmeister aus Rabensham und Franz Hager, Obermeister der Zimmerer-Innung Rottal-Inn zeigten anschaulich, wie das Holz der verschiedenen Baumarten sinnvoll verarbeitet wird. Beide wiesen auf die Vorteile des Tannenholzes gegenüber Fichtenholz hin. Beeindruckende Bilder von imposanten Holzbauten zeigten, dass im Holzbau große Chancen schlummern.

Ministerialrat Günter Biermayer reflektierte die Wald- und Nutzungsgeschichte, die zu fichtenreichen Beständen führte. Zwar wachse die Fichte im Tertiärhügelland heute noch sehr gut. Der Holzanfall aufgrund von Kalamitäten ist aber jetzt schon groß. Er wird bei steigenden Temperaturen und geringeren Sommerniederschlägen noch zunehmen. Eine Baumartenverteilung von rund 60 Prozent Nadelholz und 40 Prozent Laubholz würde das Risiko verringern. Vorrangige Handlungsfelder seien:

1. Holz aktiv ernten, nicht Kalamitäten folgen,
2. Verjüngungsgünstige Verhältnisse schaffen,
3. Naturverjüngung statt Pflanzungen.

Die Jagd spielt eine wichtige Rolle. Allen Jägern sei zu danken, die den Weg in die Zukunft mitgehen. An die Jäger, die das noch nicht tun, appellierte er, sich an Revierbegängen zu beteiligen und Weiserzäune zu besichtigen. Gemischte Wälder kommen auch dem Wild zugute. Er schloss mit den Worten „Waldbesitzer sind Botschafter der Gesellschaft für Wege in die Zukunft“.

Josef Spann, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, unterstrich die Vorteile der Weißtanne für den Waldbesitzer. Da sie tief wurzelt, kann sie sich besser mit Wasser versorgen. Die Weißtanne hat hohe Zuwächse, eine hohe Stabilität im Alter und variable Erntezeitpunkte. Außerdem liefert sie Schmuckreisig und Weihnachtsbäume. Die Tanne sei die Baumart, die mit allen Lichtstellungen und mit jedem Boden zurechtkomme. Die Verbißbelastung sei immer noch zu hoch. Jeder darf in seinem Verantwortungsbereich ein Hobby pflegen, muss sich jedoch der Gesamtverantwortung stellen, denn Gesetze gelten für alle! Dass die Waldbesitzer die Folgen des Klimawandels erkannt haben, zeigen junge Wälder mit hohen Tannen- und Laubholzanteilen.

Die anschließende Diskussion drehte sich vorwiegend um jagdliche Fragen. Um das Thema „Wald der Zukunft“ abzurunden, besuchten wir den Wald der Familie Eder bei Reichenberg, in dem die Zukunft bereits begonnen hat. Einzelstammweise genutzt entwickelt er sich zu einem strukturreichen, üppig mit Tanne verjüngten Fichten-Tannen-Kiefern-Wald. Josef Eder ist selbst Jagdpächter. Die von der Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft, dem Bayerischen Forstverein, der Bayerischen Forstverwaltung und der Stadt Pfarrkirchen organisierte Veranstaltung wurde unterstützt durch die Berufsschule und den Kreisjungendring Pfarrkirchen sowie die örtlichen Waldbesitzervereinigungen.

Prof. Dr. Manfred Schölch, Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft

Weitere Informationen:

Seite als Favorit speichern

Fügen Sie diese Seite zu Ihren Favoriten hinzu:

* Pflichtfelder

RSS-Feed der Bayerischen Forstverwaltung abonnieren

So verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr. Unser RSS-Feed "Nachrichten der Bayerischen Forstverwaltung" informiert Sie kostenlos über unsere aktuellen Beiträge.

Aufruf des RSS-Feeds